Pedro Aguado Cuesta, Sch.P., served until recently as Superior General of the Piarist Order. He was subsequently consecrated as a bishop and sent to a diocese in Spain already marked by repeated cases and unresolved concerns regarding sexual misconduct within the clergy.
Eine Warnung, die die Spitze erreichte
Die erste E-Mail – bereits als grundlegendes Dokument etabliert – richtete sich weder an einen Journalisten noch an einen Richter oder eine NGO. Sie wurde direkt an die höchste Autorität des Piaristenordens, Pedro Aguado, gesendet, der zu diesem Zeitpunkt als Generaloberer (Pedro Aguado) die volle Leitungsgewalt innehatte. Die Nachricht enthielt alle Merkmale einer glaubwürdigen Anzeige: die Identifizierung des mutmaßlichen Täters, eine detaillierte Schilderung wiederholter sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen an einem Minderjährigen, die schweren psychischen Folgen für das Opfer sowie die ausdrückliche Bitte um Orientierung, Gerechtigkeit und formelle Dokumentation.
Dies war keine abstrakte Beschwerde und keine theologische Reflexion. Es war die Stimme einer Mutter, die nach Jahren der Verwirrung und Selbstvorwürfe begann, den Ursprung der Zerstörung ihres Sohnes zu begreifen. In institutioneller und rechtlicher Hinsicht handelte es sich um eine eindeutige Warnung, die Handeln erforderte.
Die Antwort nach dem Tod des mutmaßlichen Täters: Trost ohne Dokumente
Die Antwort von Pedro Aguado – verfasst nach dem Tod von José Miguel Flores – ist pastoral und tröstend gehalten. Er bekundet Verständnis für den Schmerz der Mutter und betont, sie und ihr Mann hätten „das Richtige getan“. Der Fokus verschiebt sich jedoch umgehend auf die angebliche Erholung des Sohnes: seine Widerstandskraft, seine Fähigkeit, sein Leben neu aufzubauen, und seine Zukunft als „guter Ehemann und Vater“.
Was fehlt, ist ebenso bedeutsam wie das Gesagte. Es gibt keine verfahrensrechtliche Erklärung. Keine konkreten Maßnahmen werden benannt. Als Aguado auf öffentliche Verwirrung in sozialen Netzwerken eingeht, behauptet er – ohne ein einziges Dokument beizufügen oder zu zitieren –, Flores sei aus dem Orden ausgeschlossen und laisiert worden, dies sei intern veröffentlicht worden, und die Taufpfarrei sei „kirchenordnungsgemäß“ informiert worden.
Die Mutter hatte ausdrücklich um schriftliche und formelle Nachweise gebeten. Keiner wurde vorgelegt. Interne Bekanntmachung wird als ausreichend dargestellt, während externe Nachprüfbarkeit systematisch vermieden wird.
“Nueva Etapa“: Verwaltung statt Verantwortung
In einer separaten E-Mail an Javier Alcántara schreibt Aguado nicht als distanzierter Ordensleiter, sondern als direkter Koordinator. Er skizziert einen „Plan Nueva Etapa“, der Arbeit, Unterkunft, Begleitung, Schulabschluss, Reiseorganisation und eine begrenzte Informationsweitergabe an einen kleinen Kreis von Oberen umfasst. Aguado versichert dem Opfer seine fortdauernde Präsenz, auch aus der Ferne.
Der Missbrauch selbst jedoch wird mit keinem Wort benannt. Das Verbrechen, das das Leben des jungen Mannes zerstört hat, bleibt unerwähnt. Stattdessen tritt ein Rahmen von Rehabilitation und Diskretion in den Vordergrund. Der Ansatz ist managerial und paternalistisch: stabilisieren, eindämmen, weitermachen – ohne das Unrecht zu benennen, das diesen Plan überhaupt notwendig machte.
Diese Korrespondenz bestätigt, dass der Generalobere (Pedro Aguado) umfassend informiert war und sich eng einbrachte, dabei jedoch bewusst jede formelle Anerkennung institutioneller Verantwortung vermied.
Die Reise nach Rom: Zugang ohne Aktenlage
Eine frühere E-Mail organisiert eine private Reise der Eltern nach Rom. Flüge, Hotel, Transfers und ein persönlicher Empfang durch Pedro Aguado, die höchste Autorität des Ordens, werden minutiös geplant. Institutionelle Ressourcen werden rasch mobilisiert, und direkter Zugang zur Ordensspitze wird gewährt.
Der Kontrast ist frappierend. Trotz dieser Nähe, dieser Reaktionsbereitschaft und dieses persönlichen Engagements endet die dokumentarische Spur genau hier. Kein Dekret, keine kanonische Entscheidung, kein schriftlicher Beschluss wird später vorgelegt – trotz der Schwere der Vorwürfe und der wiederholten Anfragen der Mutter. Für Termine und Logistik handelte der Orden effizient; sobald es um Akten, Nachweise und Rechenschaft ging, herrschte Schweigen.
Eindämmung statt Wahrheit: Wie Autorität sich selbst und die Institution schützte
In ihrer Gesamtheit zeigen die E-Mails ein konsistentes Muster männlicher Autorität innerhalb der Institution: Leid wird anerkannt, Verantwortung jedoch abgewehrt; Begleitung wird angeboten, während Entscheidungen vermieden werden; der Schutz des institutionellen Ansehens wird über Transparenz gestellt. Die Sprache der Fürsorge dient dazu, den Anspruch auf Gerechtigkeit zu neutralisieren. Die Erzählung persönlicher Genesung überlagert die Frage nach dem begangenen Unrecht.
Durch die Betonung von Heilung, Diskretion und interner Bearbeitung entsteht eine Form von Abschluss, die der Institution zugutekommt. Das Fehlen schriftlicher Dekrete, die Berufung auf interne Veröffentlichungen und die wiederholten Zusicherungen ohne Belege verfolgen dasselbe Ziel: den Skandal einzudämmen und zu verhindern, dass er sich in formelle Verantwortung übersetzt.
Dies ist nicht bloß fahrlässiges Unterlassen. Es ist eine aktive Entscheidung, Folgen zu verwalten, statt Ursachen zu benennen.
Unterlassungen und Verantwortung: Was die Aktenlage zeigt
Aus institutioneller und rechtlicher Sicht belegt die Korrespondenz eine Reihe von Unterlassungen, die nicht als zufällig abgetan werden können. Der Generalobere (Pedro Aguado) wurde schriftlich über glaubwürdige Vorwürfe sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen informiert. Er stand in persönlichem Kontakt mit Mutter und Opfer. Er koordinierte Antworten, Treffen, Reisen und Lebensumstände.
Was er trotz ausdrücklicher Aufforderungen nicht vorlegte, waren formelle Dokumente über disziplinarische Maßnahmen, eine transparente Darstellung der eingeleiteten Verfahren oder überprüfbare Nachweise der angeblich ergriffenen kanonischen Schritte. Behauptungen ersetzten Belege. Theologie ersetzte Leitung. Pastorale Sprache verdrängte institutionelle Pflicht.
Wenn eine solche Warnung eingeht, ist Schweigen nicht neutral. Es wird selbst zur relevanten Tatsache. Das Fehlen von Dokumentation, die mangelnde verfahrensrechtliche Klarheit und die bewusste Bevorzugung interner Verwaltung gegenüber externer Verantwortlichkeit definieren die Verantwortung jener, die Macht innehatten – und entschieden, wie sie sie einsetzten.
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